Freitag, 16.11.2007
Jo mei
Nach meinem Besuch auf der Farm ging es, mit einem kurzem Zwischenstopp in Dunedin und Methven (mein letzter Tag auf Ski fuer die naechsten 6 Wochen), nach Australien. Genauer gesagt Melbourne, wo ich Simon, einen Freund aus Aspen Zeiten besuchte.
Er holte mich nach seiner Nachtschicht im Krankenhaus ab und ging erstmal schlafen. Verstaendlich, wenn man die ganze Nacht auf war.
Ich hab mir sein Radl geschnappt und bin in den naechsten Stadtteil St. Kilda gefahren, da ich an den Strand und Kiter sehn wollte. Und natuerlich hatte ich das Glueck mit dem Nobile Vertreter fuer Victoria (Staat in dem Melbourne liegt) als erstes zu ratschen.
Wir machten auch gleich einen Deal fuer Simons erste Kitestunde und meine Kitemiete aus. Leider ging es an dem Tag nicht mehr aufs Wasser.
Nachdem ich zurueck und Simon wach war, ueberlegten wir, was wir die Woche machen.
Am Ende sah der Plan so aus. Freitag Stadt anschaun, Samstag Phillip Island MotoGP, Sonntag-Dienstag Great Ocean Road, Mittwoch Kiten, Donnerstag Abflug.
Obwohl ich alles andere als ein Freund von Grossstaedten bin, bin ich von Melbourne begeistert. Es ist unheimlich gruen. Viele der Strassen sind Alleen, Parks an jeder Ecke, das Meer gleich vor der Nase,... mir gefaellts.
Als erstes gings zum Victorian Market, um Kaengurufleisch einzukaufen. Ich wollte unbedingt etwas richtig Australisches essen und da kam und Kaenguru in den Sinn. Auf dem Markt findet man alles ueber Kleidung, Kunst, Musik und alle Arten von Lebensmitteln und Essen aus aller Welt. Hehe auch Rittersport und Almdudler.
Nachdem wir unser Kaenguruh und ein paar andere Sachen gefunden hatten, gings weiter zur Stadtbesichtung. Bilder seht ihr auf der Homepage. Schoen der Ausblick von einem der Hochhaeuser inkl. Regenbogen.
Als wir abends muede zurueck waren, machten wir uns das Kaenguru. Hat seeeehr gut geschmeckt, haette ich nicht gedacht.
Am Samstag gings frueh los, da die Fahrt nach Phillip Island ca. 2 Stunden dauert. Mich hat immer mehr in den Fingern gekribbelt, als ich all die Biker sah, die sich ebenfalls auf den Weg machten. Irgendwann kauf ich mir schon wieder ein Bike.
Das Training und die Quali waren beeindruckend. Wie die Jungs in der Kurve liegen, schon mit dem Ellbogen auf dem Teer, Wahnsinn. Und wir haben sie alle gesehen. Stoner, Capirossi, The Doctor,... Hoffe, dass ich auch mal ein Rennen live anschauen kann.
Am Sonntag packten wir unsere Sachen inkl. Zelt und Luftmatratze und machten uns Richtung Great Ocean Road auf. Halt wurde natuerlich in Torquay, der Surfstadt Australiens gemacht. Und auch eifrig bei Billabong und Quicksilver geshoppt, die aus Torquay stammen. Torquay liegt an der Surf Coast und dementsprechend sieht man an jedem Strand die Surfer im Wasser.
Wir buchten gleich unseren Surfkurs fuer den naechsten Tag. Uebernachtet haben wir dann in Lorde, ca. 1 Stunde entfernt von Torquay. Der Surfkurs war witzig, auch wenn ich am Ende nicht mehr mein Gleichgewicht auf dem Board halten konnte, da meine Zehen so kalt waren, dass ich sie nicht mehr gespuert hab. Aber kein Grund es nicht wieder zu versuchen.
Wir fuhren an dem Tag noch bis hinter Apollo Bay. Auf dem Weg hab ich meine ersten Koalas gesehen. Wild, gleich neben der Strasse in den Eukalyptusbaeumen schlafend. Sie schaun schon suess aus mit ihren Puscheloehrchen.
Dienstag machten wir halt bei den 12 Aposteln. Es war windig und die Wellen waren riesig. Aber ich denk, dass die Photos recht beidruckend geworden sind.
An dem Tag gings auch wieder zurueck nach Melbourne und ich bin einfach nur totmuede ins Bett gefallen.
Musste natuerlich auch fit fuer den naechsten Tag sein, da wir kiten gehn wollten.
Ich bin heilsfroh, dass ich das Nobile Board hatte, da alles von Anfang an geklappt hat. Haette ich mir nicht gedacht. Und Simon hat der Kitevirus auch erwischt und er wird weitermachen. Sweet.
Leider gings am Donnerstag dann schon wieder zurueck, aber ich weiss, dass ich auf jeden Fall wieder nach Australien flieg, laenger bleib und mehr seh. Fuer was hab ich den Freunde in all den Grossstaedten wie Perth, Brisbane, Sydney,...
Zurueck in Christchurch musste ich all mein Zeug fertigpacken fuer Auckland bzw. die USA und zwei Tage spaeter bin ich schon nach Auckland, wo ich mich mit Bettan und Hanneke traf. Bettan hatte ihr Interview bei der US Botschaft, Hanneke war bei Ben ihrem Freund und ich musste auch nach Auckland, da ich ja auch noch mein Interview vor mir hatte und mein Flug von dort aus in die USA ging.
Da Ben an der Uni an seiner Diplomarbeit tueftelte, schnappten wir drei Maedels uns sein Auto und machten uns fuer ein paar Tage in den Norden auf, um noch ein wenig auszuspannen.
Erstmal gings an die Westkueste, um die riesigen Kauri Baeume anzuschauen. Leider kommt man nicht mehr so nahe an sie ran, dass man ihre wirkliche Dimensionen sehen kann, aber es war auf jeden Fall ein Besuch wert. Wir schafften es an dem Tag noch nach Paihia, wo wir ein paar Tage bleiben wollten.
Wir hatten Glueck mit dem Wetter, warm und schoen und fuhren daher am naechsten Tag erstmal nach Russell, um den Tag am Strand zu verbringen. Mein Sommerurlaub ;)
Tags drauf hatten wir einen Segelturn auf einem Katamaran gebucht. Wir hofften, Delphine zu sehen und mit ihnen zu schwimmen, nur leider hatten sich am Tag zuvor ein paar Orcas in der Bucht gezeigt und die Delphine waren erstmal auf Tauchstation gegangen. Der Ausflug hatte sich dennoch gelohnt, da wir so richtig schoen ausspannen konnten.
Den letzten Tag in Paihia fuhren wir mit Raedern, die wir vom Hostel bekamen, nach Waitangi. Dort beschlossen die Briten und Maori das Abkommen von Waitangi, dass noch bis heute gilt und das Zusammenleben von Maori und Pahekas "regelt". Nicht alle Clans unterschrieben das Abkommen und so gibt es bis heute Reibereien.
Auf dem Weg zurueck nach Auckland machten wir noch halt bei Goat Island. Vom Strand aus kann man eine riesige Anzahl von Fischen sehn. Goat Island war das erste Wasserschutzgebiet Neuseeland und ist super zum Schnorcheln oder Tauchen.
Bettan flog am naechsten Tag wieder zurueck nach Christchurch, und da Hanneke nicht wirklich motiviert war, etwas zu unternehmen, bin ich meistens allein los.
Mit Lee, der mit mir in Queenstown gearbeitet hatte und der geschaeftlich in Auckland war, bin ich nochmal nach Goat Island zum Schnorcheln und es war wirklich cool. Besonders wenn dich ein Gruppe neugieriger Fische zugehend verfolgt.
Der Freund einer guten Freundin, Mia, aus Deutschland, ist Kiwi und lebt in Auckland und Mia "organisierte" meine weiteren Tage in Auckland bevor ich nach L.A. abflog. So gings mit Derek zum Essen mit seinen Freunden, und zum Mountainbiken.
Das Mountainbiken in Neuseeland ist ein wenig anders. Da sie eigentlich nur Huegel rund um Auckland haben, gehts auf Trails immer rauf und runter, ueber Wurzeln, Spruenge, Obsticles, ... ich hatte riesigen Spass und wuerds gern wieder machen.
Dienstag musste ich wieder packen, denn Mittwoch ging mein Flug nach L.A.. Es viel mir schon schwer Abschied von Neuseeland zu nehmen. Aber ich traf Bettan am Flughafen, die von Christchurch kam und geteiltes Leid ist halbes Leid.
Der Flug war ok, die Filme eh und in L.A. konnte ich eine Nacht bei einer Freundin bleiben, bevor es weiter nach Denver ging. Hat schon Vorteile, wenn man Freunde auf der ganzen Welt hat.
In Denver traf ich wieder auf Bettan. Sie hatte gleich einen Anschlussflug nach Denver und wollte fuer einen nach Aspen, um dort ihren Cousin zu besuchen, bevor es nach Park City ging, wo sie die Saison arbeiten wird.
Ich hatte ein wenig Glueck bei der Mietstation und bekam ein Upgrade zu einem Dodge Durango. Ein riesiges Auto, perfekt, um das gane Gelaersch von zwei Maedels ohne Probleme einzuladen.
Nun bin ich in Aspen, arbeite schon ein wenig in der Skischule, hab mein Apartment und hoffe, dass es bald schneit, damit ich endlich wieder richtigen Powder fahren kann.
Ueber den Sommer wurde viel in Snowmass gebaut und die Skischule hat neue Raeume bekommen. So muss derzeit viel rumgeraeumt, geputzt, geordnet,... werden und ich kann schon ein wenig Geld verdienen.
Und da ich dieses Jahr Teamleader der Challenge Aspen Skilehrer bin und einen neue Supervisor Stelle entstanden ist, muss ich zu einigen Meetings, mich informieren,... langweilig wird mir also sicher nicht.
Bussi an euch alle
Nico
Sonntag, 30.09.2007
bye bye Queenstown
Ich sitzt grad hier und drück mich weiterhin darum, mein restliches Hab und Gut in mein Boardbag und meinen Koffer zu packen. Ich bin ehrlich..., ich quäle mich. Im Grunde brauch ich nichts anderes zu tun, als alles einfach in die Taschen zu schmeissen, aber ich bin mit meinen Gedanken schon bei meiner Abreise nach L.A. bzw. Melbourne, wenn ich wieder nur 23 kg mitnehmen darf (pro Gepäckstück). Ich überleg also, was ich alles nicht mehr brauche, was mir erstaunlicherweise immer leichter fällt, zu entscheiden, und entweder dem Müll oder der Salvatory Army gebe. Aber dennoch brauch ich immer einen ganzen Tag. Ich denk, es hängt damit zusammen, dass ich den Gedanken nicht mag, dass mal wieder eine Saison vorbei ist.
Gestern hatten wir unseren letzten Skitag und wir waren noch einmal auf Remarks. Erst Snowtubing (was langweiliger war als ein paar Tage zuvor auf Coronet, wahrscheinlich weil es so kontrolliert war...) und dann in den Park, um ein wenig an Sprüngen, Boxes, Rails zu arbeiten. (Ich merk, dass ich älter werde, da mein Rücken und meine Schulter nach dem Tag wieder schmerzen).
Und heute war saubermachen angesagt. Haus putzen, saugen, Staub wischen, Kühlschrank, Eisschrank, Schränke sauberwischen, Bad reinigen,... ich liebe es einfach. Da wünsch ich mir meine kleine "putzwütige" Mama her, die das alles in wahrscheinlich nur einer Stunde macht und nebenher auch noch packt.
Die zwei Daniels (Trainer und Koch) waren am Mittwoch mit mir bei Boanas (alle drei Kids haben wir trainiert). Eigentlich zum Tennisspielen und Barbeque. Ausgeufert ist es dann zu MotoX Bike fahren, Luftgewehr, Schrottflinten und Tontaubenschiessen.
Einfach genial. Und es hat sich mal wieder gezeigt, dass ich die Gene meiner Oma geerbt hab. Die Jungs hatten keine Chance gegen mich. Weder beim auf Tennisdose schiessen, Tontauben treffen und gleich dreimal nicht beim Golfball auf Stab treffen (und es war das Ziel nicht den Stab, sondern wirklich den Golfball zu treffen) Haha ich bin sooo gut ;)
Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spass.
Wie es weitergeht, wiesst ihr ja eigentlich schon.
Ich werde dieses Jahr nicht mit dem Auto, sondern mit Bus, Zug und Campervan unterwegs sein. Dienstag geht es mim Bus nach Paerau, wo ich einige Tage auf der Farm sein werde, dann weiter nach Dunedin, um einen Freund zu besuchen und danach nach Christchurch, um nach Melbourne zu fliegen. Wenn ich zurück komme, muss ich gleich weiter nach Picton, um mich mit Hanneke und Bettan zu treffen. Die Strecke werde ich aber diesesmal mit dem Tranz Coastal Zug machen, um einfach die Landschaft zu geniessen. Mit der Fähre rüber nach Wellington und dann rauf nach Auckland und weiter nach Paihia.
Ich freu mich drauf und bin schon gespannt, wie ich mich so als Farmerin mach ;)
LG an euch alle, ich geniess den Frühling
Nico